Maßnahmenkatalog zur Stärkung der ambulanten pflegerischen Versorgung

Gesundheit

SPD-Stadtratsfraktion fordert ambulante Pflege stärker in den Blickpunkt zu nehmen - Die Erfurter Bürgerinnen und Bürger werden immer älter. Diese Entwicklung spricht u.a. für bessere Lebensbedingungen und eine bessere medizinische Versorgung. Sie bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich. Aus diesem Grund hat sich der Erfurter Stadtrat wiederholt mit dem Thema Pflege beschäftigt. So wurde im vergangenen Jahr beschlossen, die ambulante Pflege auf kommunaler Ebene zu stärken.

Hierzu wurde die Stadtverwaltung damit beauftragt ein Maßnahmenpaket zu erstellen, welches nun vorliegt und dem Stadtrat erstmals in der Sitzung des Ausschuss Soziales, Arbeitsmarkt und Gleichstellung vorgestellt wurde.

Das Ziel der aufgelisteten Maßnahmen ist es, die ambulante pflegerische Versorgung in der Stadt Erfurt attraktiver zu gestalten und so ein selbstbestimmtes Leben auch und gerade im Alter sowie bei Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen.

Dabei bilden die Schwerpunkte der Maßnahmen Bereiche ab, die durch die Kommune beeinflussbar sind. Andere Aspekte wie die Pflegestufeneinordnung oder der Fachkräftemangel betreffen die Landes- oder die Bundesebene und sind deshalb nicht beleuchtet. Zusammenfassend sind die Hauptschwerpunkte: Pflegenetzwerk, Barrierefreiheit und generationengerechtes Wohnen.

Die kommunale Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz im Bereich ambulanter Pflegeangebote war aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion bisher nicht ausreichend. Im Sinne von effizienten alltagstauglichen Strukturen ist es wichtig, dass sich Ratsuchende schnell informieren können. Zeit ist vor allem für pflegende Angehörige ein sehr begrenztes Gut und es müssen viele unterschiedliche bürokratische Hürden gemeistert werden. Umso notwendiger sind daher zentrale Ansprechpartner für häusliche Pflege, die helfen die Wege durch die Bürokratie zu verkürzen.

Im Bereich Wohnen sieht die SPD-Fraktion dringenden Handlungsbedarf. Die Einflussnahme kann hier nur über die KOWO und eine gezielte Förderung des barrierearmen Bauens erfolgen. Immer wichtiger wird hier zudem die Gestaltung des Wohnumfeldes. Im Vordergrund steht die soziale Infrastruktur aber auch die Möglichkeit die Dinge des Alltages auf kurzem Weg zu erreichen. SPD-Stadträtin Dr. Cornelia Klisch erklärt dazu:

„Wir sind bei der ambulanten Pflege mit einem solchen umfangreichen kommunalen Maßnahmenkatalog auf dem richtigen Weg und tragen der gesellschaftlichen Entwicklung auch auf lange Sicht Rechnung."

"Jedoch bedarf es zunächst als ersten Schritt einer Stärkung und Ausbaus des Pflegenetzes und des aufsuchenden Besuchsdienstes. Wir wollen den Bürgern das Leben verbessern und den Schritt in die ambulante Pflege gerade für betroffene Familien transparenter und einfacher machen." so Dr. Klisch weiter.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Verbesserung der sozialen Infrastruktur mit dem Ziel die Aufgaben des Alltages auf kurzem Weg erledigen zu können. Eine übergreifende Sozialraumplanung sieht die SPD daher als unerlässlich an. Die SPD-Stadtratsfraktion erneuert in diesem Zusammenhang auch ihre Forderung nach einer integrierten und übergreifenden Sozialraumplanung.

Wie das Landesamt für Statistik erst in der vergangenen Woche mitteilte, waren zum Jahresende 2013 insgesamt rund 87.000 Thüringerinnen und Thüringer pflegebedürftig im Sinne des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI). Das waren rund 4.500 oder 5,5 % mehr als noch zwei Jahre zuvor. Gegenüber dem 1999, dem Jahr der Einführung der Pflegestatistik, nahm die Zahl der Pflegebedürftigen sogar um 44,2 % zu.

"Die Statistik belegt, dass wir uns künftig verstärkt dem Thema der ambulanten Pflege und den damit verbunden Begleiterscheinungen stellen müssen. An vielen Stellen wird das auch mit Investitionen verbunden sein, bei denen wir den Mut aufbringen müssen diese auch in finanziell schwierigen Zeiten zu realisieren." so Dr. Cornelia Klisch.

Um diese Schwerpunkte noch genauer herauszuarbeiten und die verbindliche Umsetzung zu gewährleisten, wird der aktuelle Maßnahmenkatalog auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion nochmals konkretisiert und im nächsten Ausschuss Soziales, Arbeitsmarkt und Gleichstellung zur erneuten Diskussion auf der Tagesordnung stehen.

Dr. Cornelia Klisch, SPD-Fraktion

 

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